Baumeister, Zimmerei und Dachdeckerei aus einer Hand: was das am Bau wirklich spart

Wenn Sie ein Bauvorhaben planen und dafür ein Bauunternehmen im Waldviertel suchen, geht es Ihnen zuerst um Preis und Termin. Entschieden wird beides aber häufig an einer Stelle, die auf keinem Angebot steht: an den Grenzen zwischen den Gewerken. Zwischen Rohbau, Dachstuhl und Eindeckung liegen genau zwei Übergaben, und dort entstehen die Wartezeiten, die Nachträge und die Diskussionen darüber, wer für einen Mangel zuständig ist. Die Franz Schütz GesmbH deckt alle drei Gewerke mit eigenen Leuten ab: Baumeisterarbeiten, Zimmerei und Dachdeckerei. Was das in der Praxis bedeutet, wo die Schnittstellen sonst liegen und woran Sie schon bei der Vergabe erkennen, ob Ihr Vorhaben später rund läuft, steht in diesem Beitrag.
Drei Gewerke, ein Bauvorhaben: wer welchen Teil übernimmt
Am Anfang steht der Baumeister. Er setzt die Statik um, führt Aushub, Fundament und Bodenplatte aus, errichtet Keller, Mauerwerk und Decken und ist Ihr Ansprechpartner für Einreichplanung und Bauleitung. Alles, was in Beton und Mauerwerk entsteht, läuft über die Baumeisterarbeiten.
Auf dem fertigen Rohbau arbeitet der Zimmerer. Er bindet den Dachstuhl ab, schlägt ihn auf und fertigt alles, was tragend aus Holz besteht: Dachkonstruktion, Zubau, Aufstockung, Carport, Vordach, Hallentragwerk. Das Leistungsbild der Zimmerei endet an der Lattung.
Darüber kommt der Dachdecker, und mit ihm der Spengler. Unterdach, Eindeckung, Regenrinnen und Ablaufrohre, Verblechung an Kamin, Gaupe, Wandanschluss und Traufe: das ist die Dachdeckerei. Wer welchen Teil eines Daches ausführt, haben wir in einem eigenen Beitrag auseinandergeklaubt: Dachdecker oder Zimmerer.
Bauunternehmen Waldviertel: wo die Gewerkegrenzen Geld kosten
Auf dem Papier ist die Aufteilung klar. In der Ausführung liegen zwischen den drei Gewerken zwei Übergaben, und jede davon ist ein Punkt, an dem etwas hängen bleiben kann.
Die erste Übergabe ist die Mauerkrone. Der Zimmerer braucht ein Aufmaß des fertigen Rohbaus, bevor er abbinden kann, dazu einen Ringbalken mit den richtigen Ankern in den richtigen Abständen. Sitzen die Anker falsch oder ist die Mauerkrone nicht waagrecht, zeigt sich das erst, wenn die Zimmerer mit dem Kran am Grundstück stehen — und dann ist der Tag weg.
Die zweite Übergabe ist die Lattung. Der Dachdecker setzt auf der Konterlattung auf, die der Zimmerer liefert — oder eben nicht, je nachdem, wie die beiden Angebote geschrieben waren. Dieselbe Frage stellt sich beim Unterdach, bei der Dämmebene und bei den Anschlussblechen.
Im Waldviertel und im Bezirk Krems-Land kommt die Entfernung dazu. Baustellen liegen weit auseinander, und ein Professionist, der vierzig Kilometer anfährt, kommt nicht für einen halben Tag zurück, um eine Kleinigkeit nachzuziehen. Er kommt in der nächsten freien Woche. Genau das macht die Schnittstelle in einer ländlichen Region teurer als in der Stadt.
Terminketten: warum ein Vorhaben meist in der Übergabe stehen bleibt
Jedes der drei Gewerke plant seine Mannschaften Wochen im Voraus. Verschiebt sich der Rohbau um zehn Tage, verschiebt sich der Dachstuhl nicht um zehn Tage, sondern bis zum nächsten freien Fenster der Zimmerei. Das kann drei Wochen später sein. Dasselbe passiert ein zweites Mal zwischen Dachstuhl und Eindeckung.
Aus zwei kleinen Verzögerungen werden so leicht zwei Monate. Im Herbst ist das mehr als ein Ärgernis: Ein Rohbau, der ohne Dach in den Winter geht, nimmt Feuchtigkeit auf. Das Austrocknen im Frühjahr kostet weitere Wochen, bevor Estrich und Innenausbau beginnen können.
Liegen alle drei Gewerke in einem Betrieb, wird nicht zwischen drei Terminkalendern verhandelt, sondern in einem geplant. Verschiebt sich der Rohbau, wandert der Dachstuhltermin mit, statt ans Ende einer fremden Warteliste zu rutschen. Das ist der nüchterne Kern des Arguments „aus einer Hand“ — es geht nicht um Bequemlichkeit, sondern um Wochen im Terminplan.
Gewährleistung: eine Adresse statt drei Meinungen
Der klassische Fall: Nach dem ersten Starkregen rinnt Wasser beim Wandanschluss herein. Der Zimmerer sagt, die Unterdachbahn sei korrekt hochgezogen, das Blech sei zu kurz. Der Spengler sagt, das Blech sitze richtig, die Bahn sei zu kurz. Beide meinen es ernst, und Sie stehen dazwischen.
An der Rechtslage ändert die Vergabe nichts: Jedes Gewerk hat für seine eigene Leistung einzustehen. Was sich ändert, ist die Zahl der Stellen, bei denen Sie anrufen müssen, und die Frage, wer die Ursache feststellt. Bei einem Auftrag über alle drei Gewerke ist das eine Adresse, und die Abgrenzung zwischen Holz und Blech wird intern geklärt statt auf Ihre Kosten.
Nachträge: was an der Schnittstelle nicht im Angebot steht
Jedes Gewerk kalkuliert bis zu seiner Grenze, und ein sauber geschriebenes Angebot hört genau dort auf. Die Positionen, die zwischen zwei Angeboten liegen, sind immer dieselben:
- Konterlattung und Unterdach — Zimmerei oder Dachdeckerei?
- Anschlussbleche an Kamin, Gaupe und Wand — Spenglerleistung, aber wer stellt das Gerüst dazu?
- Ringbalken, Anker und Auflagerhölzer — Baumeister oder Zimmerer?
- Dämmebene am Dach und ihr Anschluss an die Mauerkrone
- Entsorgung der alten Eindeckung bei einer Sanierung
Fehlt eine dieser Positionen in allen Angeboten, ist sie nicht gratis, sondern noch nicht kalkuliert. Sie kommt als Nachtrag zurück, meist mitten in der Ausführung, wenn Verhandeln am schwersten fällt. Wenn Sie Angebote vergleichen, lohnt der Blick genau auf diese Zeilen. Wie eine Sanierung Schritt für Schritt abläuft und was die Kosten treibt, haben wir in Dachsanierung: Ablauf, Dauer und was die Kosten treibt beschrieben.
Die Übergabe Rohbau, Dachstuhl, Eindeckung im eigenen Haus
Wenn die drei Gewerke im selben Betrieb sitzen, verschiebt sich die Arbeit nach vorne — in die Planung.
Der Zimmerer sieht die Rohbaupläne, bevor die Mauerkrone betoniert wird, und sagt, wo die Anker sitzen müssen. Die Abbundplanung läuft parallel zum Mauerwerk, nicht danach. Der Spengler steht am selben Gerüst wie die Zimmerer, Kaminanschluss und Verblechung werden mit der Dachkonstruktion gemeinsam festgelegt. Und beim Aufschlagen des Dachstuhls ist der Polier noch am Platz, der den Rohbau geführt hat.
Das ist kein Kunststück, sondern eine andere Reihenfolge: Fragen, die sonst erst auf der Baustelle zwischen zwei Firmen auftauchen, werden vorher am Plan geklärt. Welche Dachkonstruktion zu welchem Haus passt, steht im Beitrag Dachstuhl vom Zimmerer. Bei größeren Spannweiten — Hallen, Berge- und Hofgebäude — führt der Weg über Spannweite, Fundament und Genehmigung.
Was Sie trotzdem selbst klären sollten
Ein Betrieb mit allen Gewerken nimmt Ihnen die Koordination ab, nicht die Entscheidungen. Drei Dinge gehören vor der Vergabe geklärt.
Die Behörde. Ob Ihr Vorhaben anzeigepflichtig oder bewilligungspflichtig ist, entscheidet die Gemeinde nach der NÖ Bauordnung. Die Bauverhandlung hat ihren eigenen Zeitplan, auf den kein Betrieb Einfluss hat. Fragen Sie am Bauamt früh nach, am besten mit einem Lageplan in der Hand.
Den Leistungsumfang. Lassen Sie sich schriftlich geben, welche der oben genannten Schnittstellenpositionen enthalten sind. Ein Angebot, das Konterlattung, Unterdach und Verblechung ausdrücklich nennt, ist auch dann das bessere, wenn die Summe höher ausfällt — Sie vergleichen dann nämlich tatsächlich Gleiches mit Gleichem.
Den Ansprechpartner. Wer entscheidet auf der Baustelle, und bei wem melden Sie sich, wenn etwas offen ist? Eine Telefonnummer, die während der ganzen Ausführung gilt, erspart mehr Diskussionen als jede Klausel. Wie wir arbeiten und wer dahintersteht, lesen Sie unter Unternehmen; für ein konkretes Vorhaben ist die Projektanfrage der kürzeste Weg.
Häufige Fragen
Brauche ich für Dachstuhl und Eindeckung zwei getrennte Aufträge?
Nein. Beides kann in einem Auftrag stehen, und dann ist auch die Lattungsfrage von vornherein beantwortet. Wenn Sie getrennt vergeben, lassen Sie sich von beiden Betrieben schriftlich geben, wer Konterlattung, Unterdach und Anschlussbleche liefert.
Wie lange dauert es vom Rohbau bis zum dichten Dach?
Das hängt von Größe, Dachform und Witterung ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Verlässlich ist nur die Reihenfolge: Aufmaß nach dem Rohbau, Abbund in der Werkstatt, Aufschlagen in wenigen Tagen, danach Lattung und Eindeckung. Entscheidend für Ihren Zeitplan ist nicht die Dauer der einzelnen Schritte, sondern die Wartezeit zwischen ihnen. Wer im Jänner anfragt, hat für die Sommermonate deutlich mehr Auswahl beim Termin als bei einer Anfrage im August.
Ist ein Betrieb mit allen Gewerken teurer als drei Einzelvergaben?
Die Einheitspreise kommen aus demselben Markt, daher sagt die Vergabeform allein nichts über die Summe. Der Unterschied liegt bei den Schnittstellenpositionen und beim Koordinationsaufwand, der sonst bei Ihnen landet. Eine belastbare Antwort gibt nur der Vergleich konkreter Angebote für Ihr Vorhaben — eine allgemeine Prozentzahl wäre geraten.
Der Firmensitz ist in der Wachau. Arbeiten Sie auch im Waldviertel?
Ja. Die Franz Schütz GesmbH sitzt in Weißenkirchen in der Wachau, das Einzugsgebiet reicht über Krems und Krems-Land ins Waldviertel hinein; ausgeführte Vorhaben gibt es unter anderem in Kottes und Nöhagen. Ein Blick in die Projekte zeigt die Bandbreite besser als jede Ortsliste.
Wer übernimmt die Bauleitung?
Bei Baumeisterarbeiten kann der Baumeister die Örtliche Bauaufsicht übernehmen, wenn Sie das vereinbaren. Planen Architekt oder Ziviltechniker Ihr Vorhaben, bleibt die Bauaufsicht in der Regel dort. Klären Sie das vor Baubeginn, nicht beim ersten Problem.
Fazit
Die größten Risiken eines Bauvorhabens stehen nicht in den Positionen eines Angebots, sondern zwischen zwei Angeboten. Mauerkrone und Lattung sind die beiden Stellen, an denen Termine kippen, Nachträge entstehen und am Ende niemand zuständig ist. Wer Baumeisterarbeiten, Zimmerei und Dachdeckerei in einem Betrieb beauftragt, räumt diese beiden Stellen aus dem Weg: Es gibt einen Terminplan, eine Abbundplanung, die zum Rohbau passt, und eine Adresse, wenn etwas zu klären ist. Fragen Sie bei jedem Angebot nach, wer Konterlattung, Unterdach und Verblechung übernimmt — die Antwort sagt mehr über den Verlauf Ihrer Baustelle als der Preis in der letzten Zeile.